Nachhaltige Infrastruktur

Wie wir uns erinnern, hatten sich die Landbesitzerfamilien im Jahr 2025 darauf geeinigt, 10 Prozent ihrer „Kohlenstoff-Einnahmen“ ihrem Dorf zuzuweisen. Der Betrag wurde proportional zur Anzahl der Landbesitzerfamilien und zur Fläche der von jedem Dorf aufgeforsteten Flächen verteilt. So erhielt Forono, das größte Dorf, rund 800 CHF, während Kala, das kleinste Dorf, 50 CHF erhielt. Da diese Summen für echte Infrastrukturmaßnahmen nicht ausreichten, wurden sie ohne nachhaltige Wirkung ausgegeben.

Wir wollten dies ändern und schlugen vor, dass sich der Vorstand der Genossenschaft mit dieser Angelegenheit befasse. Die Idee war, die jährlichen 10’000 CHF aus dem „Dorfanteil“ nicht mehr auf alle 26 Dörfer zu verteilen, sondern jedes Jahr nur an zwei Dörfer. Die Beträge würden dann ausreichen, um eine nachhaltige Infrastruktur aufzubauen. Der Vorstand der Genossenschaft stimmte der Idee zu und legte sie der Generalversammlung der Genossenschaft vor, mit dem Vorschlag, die beiden begünstigten Dörfer per Los unter denjenigen auszuwählen, die noch keinen Brunnen haben (da der Zugang zu Wasser die wichtigste Infrastruktur für ein Dorf ist). Die Generalversammlung nahm den Vorschlag des Vorstands an, und die Dörfer Mamouroudou und Diaradouni wurden per Los ausgewählt.

Wie wurden die beiden Dörfer ausgewählt? Ganz einfach: per Los

le hasard décide

Wir werden daher in diesen beiden Dörfern einen Tiefbrunnen graben lassen. Dies wird für die Frauen in diesen Dörfern eine echte Wende bedeuten, da sie nicht mehr den Hügel hinauf- und hinunterlaufen müssen, um Wasser zu holen und Wäsche im Fluss zu waschen (die Wasserwirtschaft ist selbst im „Wasserturm Westafrikas“ von entscheidender Bedeutung). Jede Frau spart dadurch bis zu einer Stunde pro Tag und muss nicht mehr mehrmals täglich mehrere Hektoliter Wasser auf dem Kopf tragen und dabei einen Höhenunterschied von mehreren Dutzend Metern überwinden. Ganz zu schweigen von den riesigen Mengen an Holz, die benötigt werden, um das nicht trinkbare Flusswasser abzukochen.

Nächstes Jahr werden wir dasselbe in zwei weiteren Dörfern tun, und so weiter über 13 Jahre hinweg, damit jedes der 26 Dörfer dank dieser frühen Form des „Finanzausgleichs“ von einer nachhaltigen Infrastruktur profitiert.